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Für den Formschnitt gilt, dass höchstens ein Drittel des jährlichen Zuwachses entfernt werden sollte. Der Schnitt erfolgt knapp über einer Seitenknospe im grünen Bereich, nicht auf Höhe des verholzten Grundgerüsts. Wer die Hecke stark in die Breite reduzieren will, muss sich bewusst sein, dass jeder Zentimeter ins alte Holz ein Risiko darstellt. Ein einmaliger starker Rückschnitt kann toleriert werden, wenn noch genügend grüne Triebe an der Schnittstelle verbleiben. Fehlen sie vollständig, bleibt die Stelle kahl.

Zuerst werden alle abgetragenen, nach innen wachsenden und sich kreuzenden Äste entfernt. Ein klarer Schnitt auf Astring oder auf eine kräftige Seitenknospe, ohne Stummel. Der Schnitt verläuft schräg, damit Wasser abläuft, und liegt dicht am Stamm, aber ohne den Astkragen zu verletzen. Dickere Äste über fünf Zentimeter Durchmesser werden zuerst von unten angesägt, dann von oben, um ein Ausreißen der Rinde zu vermeiden. Bei stark wachsenden Bäumen bleibt der Mitteltrieb frei, damit Licht in die Krone fällt.

Ideen für die Beleuchtung im WohnzimmerWoran sich die Grenze zwischen jungem und altem Holz erkennen lässt Diese Grenze verläuft nicht auf einer festen Höhe, sondern entlang der Triebstruktur. Junge Triebe sind grün, biegsam und tragen dichtes Nadelkleid bis zur Basis. Altes Holz ist braun bis grau, hart, oft rissig und innen kahl. Beim Schnitt zeigt sich der Unterschied sofort: Ein Schnitt in grünes Gewebe hinterlässt einen weichen, hellen Querschnitt, ein Schnitt in verholzte Partien einen harten, dunklen. Wer unsicher ist, prüft vor dem Schnitt mit der Hand: Lässt sich der Trieb biegen, ohne zu brechen, ist man im jungen Bereich. Bricht er spröde ab, ist die Grenze erreicht oder bereits überschritten.

Viele Grundstückseigentümer greifen zur Motorsäge, sobald die Hecke unordentlich aussieht. Genau das kann teuer werden. Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) verbietet zwischen dem 1. März und dem 30. September radikale Schnitte. In diesem Zeitraum dürfen Hecken, Wallhecken, Gebüsche und andere Gehölze weder abgeschnitten noch auf den Stock gesetzt werden. Wer dagegen verstößt, riskiert ein Bußgeld. Die Regelung schützt brütende Vögel und andere Tiere, die in dichten Zweigen Unterschlupf suchen. Ein Verstoß liegt nicht erst vor, wenn die Hecke komplett verschwindet – schon der starke Rückschnitt einzelner Sträucher kann ausreichen.

Häufige Fehler sind zu dicke Auflagen, das Aufbringen von frischem Nadelholz direkt an junge Wurzeln und das Vermischen mit Küchenabfällen. Nadelhäcksel versauert den Boden und sollte nur unter Rhododendren, Heidelbeeren oder Koniferen verwendet werden. Wer den Mulch im Herbst dick aufträgt und im Frühjahr nicht abnimmt, riskiert, dass der Boden zu langsam abtrocknet und Kulturen später starten. Bei starkem Regen kann feines Häckselgut zusammengeschwemmt werden; dann verteilt man es neu oder mischt grobe Holzstücke unter.

Wer den Wundrand glättet, sollte die Wunde danach beobachten. Rötung, die zunimmt, Spannung, die nicht nachlässt, oder ein unangenehmer Geruch sind Zeichen, dass der Verschluss nicht hält. Dann ist es besser, den Rand erneut zu prüfen, statt abzuwarten. Ein sauberer, glatter Wundrand heilt schneller, weil er weniger Entzündung, weniger Spannung und weniger Narbengewebe erzeugt. Die Technik ist unspektakulär, aber sie entscheidet darüber, ob aus einem Schnitt eine dünne Linie oder eine auffällige Narbe wird.

Die glatte Kante allein garantiert keine schnelle Heilung. Entscheidend ist, dass die Wunde nicht austrocknet und nicht durchnässt. Eine feuchte, aber nicht nasse Umgebung lässt Zellen wandern, ohne dass sich Krusten bilden, die die Ränder auseinanderziehen. Trocknet die Oberfläche aus, reißen die Ränder beim Bewegen ein, und die Narbe wird breiter. Zu viel Feuchtigkeit hingegen weicht die Haut auf und öffnet Keimen die Tür. Ein Abwägen zwischen Schutz und Luft ist wichtiger als die Wahl eines bestimmten Verbands.

Beim Glätten selbst arbeitet man mit einer feinen Pinzette und einer scharfen Schere. Fetzige Hautreste und gequetschte Ränder werden entfernt, bis eine glatte, blutende Kante steht. Ein häufiger Fehler: zu viel wegnehmen. Wer den Wundrand zu stark beschneidet, verliert gesunde Haut und schafft eine größere Lücke. Weniger ist hier mehr, denn jeder zusätzliche Schnitt ist eine neue Verletzung. Ein weiterer Fehler ist das Glätten unter Spannung, also während jemand die Haut auseinanderzieht. Nach dem Loslassen springen die Ränder zurück, und die Naht hält nicht, was sie verspricht.

Ein häufiger Fehler ist der Verjüngungsschnitt nach dem Vorbild anderer Gehölze. Bei Thuja funktioniert das nicht, weil sie kein schlafendes Auge im alten Holz besitzt. Ein zweiter Fehler ist der Schnitt in praller Mittagssonne: Die freigelegten Schnittflächen trocknen aus, und die Pflanze verbrennt an den Rändern. Besser sind bedeckte Tage oder der späte Nachmittag. Ein dritter Fehler ist der Schnitt im Herbst. Dann treibt die Thuja zwar noch aus, aber die jungen Triebe sind vor dem Frost nicht ausgereift und erfrieren. Der richtige Zeitpunkt liegt im Frühjahr vor dem Austrieb oder Ende Juni nach dem ersten Zuwachs.
ago by (160 points)

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