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Chemie allein reicht nicht, weil sich gelöster Kalk als Schlieren wieder absetzt. Als Träger eignen sich grober Reis, getrocknete Erbsen oder grobes Salz. Ein bis zwei Esslöffel davon in die gefüllte Karaffe geben, die Öffnung mit dem Daumen verschließen und kreisen lassen. Die Körner schaben an der Wandung, ohne sie zu verkratzen. Entscheidend ist die Bewegung: nicht schütteln, sondern rollen, damit die Körner auch den bauchigen Teil unterhalb des Halses erreichen. Zwei bis drei Minuten reichen meist aus.

Das wirksamste Mittel gegen Kalk auf Gummi ist mechanische Entfernung ohne scharfe Säuren. Ein weicher Schwamm oder eine alte Zahnbürste erreicht die Rillen der Dichtung. Vorher die Dichtung mit warmem Wasser abspülen, damit loser Kalk aufweicht. Dann mit einer Paste aus Natron und wenig Wasser einreiben. Zwei bis drei Minuten einwirken lassen, nicht länger, weil Natron Gummi langfristig spröde machen kann. Anschließend gründlich mit klarem Wasser abspülen. Keinesfalls Scheuermilch oder Stahlwolle verwenden, diese ritzen die Oberfläche und schaffen neue Angriffspunkte für Kalk.

Für die Nachpflege eignet sich ein Abzieher mit weicher Gummilippe. Ziehe das Wasser nach dem Duschen in senkrechten Bahnen von oben nach unten ab und wringe den Abzieher anschließend aus. Wer zusätzlich einmal pro Woche eine dünne Schicht Klarspüler oder eine Mischung aus Wasser und einem Tropfen Spülmittel aufträgt, erschwert dem Kalk das Anhaften. Diese Schicht ist kein Ersatz für die Reinigung, sondern eine Ergänzung, die die Intervalle zwischen den Grundreinigungen verlängert.

Im Inneren bildet sich der Belag bevorzugt am Thermoblock oder Durchlauferhitzer. Dort herrschen die höchsten Temperaturen, und mit jeder Erwärmung fällt gelöster Kalk als feste Kruste aus. Die Schicht ist zunächst porös und dünn, wird aber mit jedem Bezug dichter. Die Folge: Die Heizleistung reicht nicht mehr, um das Wasser auf die nötige Temperatur zu bringen. Der Kaffee schmeckt flach und sauer, weil die Extraktion bei zu niedriger Temperatur unvollständig bleibt. Gleichzeitig steigt der Druck im System. Ventile, Dichtungen und Schläuche werden stärker belastet, als ihnen guttut.

Kalk lässt sich nicht vollständig verhindern, solange Wasser erhitzt wird. Aber mit der richtigen Temperatur, regelmäßiger Wartung und einem Blick auf die Wasserhärte bleibt der Belag beherrschbar. Wer diese Punkte ignoriert, zahlt am Ende mit kürzerer Lebensdauer der Geräte und höherem Energieverbrauch, weil Kalkschichten die Wärmeübertragung behindern.

imageWas die Pumpe leistet, wenn niemand entkalkt Eine Vibrationspumpe arbeitet gegen einen wachsenden Widerstand. Zunächst kompensiert sie ihn mit etwas mehr Laufzeit. Dann beginnt sie zu klackern oder zu pfeifen. Wird weiter nichts unternommen, kann der Druck so weit steigen, dass eine Dichtung nachgibt. Das äußert sich in Wasseraustritt unter dem Gerät oder in einem plötzlichen Druckabfall, der den Brühvorgang abbricht. Zu diesem Zeitpunkt ist es nicht mehr mit einer Entkalkung getan. Dann sind Bauteile verschlissen oder verstopft, und die Reparatur wird aufwendig.

Ein Kaffeevollautomat, der noch brummt, noch mahlt und noch Wasser zieht, wirkt funktionsfähig. Genau das ist das Problem. Kalk setzt sich nicht schlagartig ab, sondern Schicht für Schicht dort, wo heißes Wasser durch enge Kanäle fließt. Wer erst reagiert, wenn die Maschine streikt, hat den Verkalkungsprozess monatelang ignoriert. Die ersten Anzeichen sind harmlos: ein etwas schwächerer Strahl, ein leicht verändertes Geräusch der Pumpe, ein Kaffee, der lauwarm ausläuft. Diese Signale sind keine Einbildung, sondern der Widerstand, den die Pumpe gegen wachsende Kalkablagerungen überwinden muss.

Für die Entkalkung selbst gilt: die vorgeschriebene Konzentration nicht überschreiten. Zu starke Säure greift Dichtungen und Metallteile an. Nach dem Entkalken muss gründlich mit klarem Wasser gespült werden, sonst gelangen Säurereste in den Kaffee. Bei Maschinen mit Festwasseranschluss gehört zusätzlich ein Wasserfilter in die Zuleitung, der die Kalkbildung von vornherein reduziert. Wer den Filterwechsel ignoriert, entkalkt am Ende häufiger als nötig.

Wer die Kalkbildung bremsen will, sollte zunächst prüfen, wie hart das eigene Wasser ist. Die Wasserhärte wird in Grad deutscher Härte angegeben und ist beim örtlichen Versorger oder mit einem Teststreifen leicht zu ermitteln. Bei hartem Wasser über 14 Grad deutscher Härte lohnt sich ein Filter oder eine Enthärtungsanlage, besonders vor Warmwassergeräten. Wichtig ist, den Filter regelmäßig zu wechseln. Ein gesättigter Filter gibt nichts mehr ab und kann sogar Keime bilden. Auch das regelmäßige Entkalken nach Herstellerangabe gehört dazu – nicht erst, wenn das Gerät laut wird oder der Kaffee bitter schmeckt.

Ein einfaches Experiment zeigt das deutlich: Füllt man zwei gleiche Behälter mit demselben Wasser, bleibt einer kalt und wird der andere auf 60 bis 80 Grad erhitzt, bildet sich im warmen Behälter schon nach wenigen Stunden ein sichtbarer Belag am Boden und an den Wänden. Im kalten Behälter passiert über Wochen kaum etwas. Wer also regelmäßig warmes Wasser in einem Wasserkocher, einer Kaffeemaschine oder einem Boiler nutzt, muss dort häufiger entkalken als in Leitungen, die nur kaltes Wasser führen.
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