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imageEin zu großer Teller ist kein Hindernis für eine sichere Kerze. Entscheidend ist, wie die Kerze fixiert wird. Klebepunkte aus dem Bürobedarf haften auf glattem Porzellan, Glas oder Metall oft besser als Wachs. Sie hinterlassen keine Rückstände und sind in wenigen Sekunden angebracht. Wer eine Kerze auf einem dekorativen Teller betreiben will, sollte die Klebepunkte nicht als Notlösung, sondern als gleichwertige Alternative prüfen.

Für kräftige, deckende Töne sind Pigmente im Vorteil, besonders bei Rot, Schwarz und Dunkelblau. Für zarte Pastelltöne und transparente Effekte sind Wachsfarben besser geeignet. Ein weiterer Punkt: Stearin nimmt Farbe anders auf als Paraffin. Stearinbraune Kerzen brauchen mehr Farbstoff, Sojawachs oft weniger. Mischen verschiedener Farbstoffe ist möglich, aber nur innerhalb derselben Basis – Pigment mit Pigment, Wachsfarbe mit Wachsfarbe. Sonst trennen sich die Phasen und die Kerze wird fleckig.

Die richtige Menge und Position der Klebepunkte Ein einzelner Klebepunkt reicht nur bei Teelichtern mit kleinem Durchmesser. Für Stumpenkerzen ab fünf Zentimetern Durchmesser werden mindestens drei Punkte im Dreieck um den Docht geklebt. Bei sehr großen Tellern oder schweren Kerzen sind vier Punkte sinnvoll. Die Punkte dürfen nicht unter den Docht oder zu nah an den Rand der Kerze geraten, sonst wird die Flamme beim Abbrennen gestört. Wichtig: Klebepunkte sind druckempfindlich. Nach dem Andrücken zehn Sekunden warten, bevor die Kerze bewegt wird.

Wachs, Farbstoff und Temperatur zusammenbringen Der Farbstoff wird niemals ins fertige kalte Wachs gegeben. Er muss in das geschmolzene Wachs, das dann etwa 75 bis 85 Grad Celsius haben sollte. Zu heißes Wachs zerstört manche organischen Farbstoffe, zu kaltes Wachs nimmt die Farbe nur ungleichmäßig auf. Praktisch ist eine Vorgehensweise mit zwei Gefäßen: eine kleine Menge Wachs schmelzen, den Farbstoff darin konzentriert anrühren und diese Farbbasis anschließend in das übrige Wachs einrühren. So verteilt sich die Farbe gleichmäßiger und es entstehen keine dunklen Schlieren. Rühren mit einem sauberen Holzstäbchen oder Metallstab, nicht mit Kunststoff, der bei diesen Temperaturen weich wird.

Nach dem Abbrennen lassen sich Klebepunkte mit einem Kunststoffschaber entfernen. Keine Metallklingen verwenden, sie zerkratzen Glas und Porzellan. Klebereste gehen mit etwas Speiseöl und einem Tuch ab. Der Teller muss danach erneut fettfrei gereinigt werden, bevor neue Klebepunkte haften. Wer die Kerze regelmäßig auf demselben Teller nutzt, sollte die Klebepunkte jedes Mal erneuern. Ein zweites Verwenden ist unsicher, weil die Klebkraft nachlässt.

Kerzen lassen sich auf zwei grundlegend verschiedene Arten einfärben: mit löslichen Farbstoffen, die das Wachs homogen durchziehen, oder mit Pigmenten, die als feine Partikel im Wachs schweben. Wer den Unterschied kennt, vermeidet fleckige Oberflächen, ausblühende Ränder und Kerzen, die beim Abbrennen plötzlich heller werden. Entscheidend ist, welches Material vorliegt – Paraffin, Stearin, Sojawachs oder Bienenwachs – und wie heiß es beim Einrühren ist.

Typische Fehler sind eine überdosierte Farbe, die beim Abbrennen rußt oder den Docht verstopft, sowie ein zu schnelles Gießen, bei dem sich Pigmente am Boden absetzen. Ein weiterer Fehler ist das Nachfärben bereits erkalteter Kerzen: Das Wachs schmilzt ungleichmäßig, die Oberfläche wird fleckig und die Farbtiefe bleibt unregelmäßig. Wer Duftstoffe zugibt, sollte sie erst nach dem Farbstoff und vor dem Gießen einrühren, da viele Duftöle die Farbe leicht aufhellen können. Auch das Mischen verschiedener Farbstoffe sollte sparsam erfolgen, denn nicht jede Kombination bleibt stabil; manche Töne kippen nach einigen Tagen ins Grünliche oder Graue.

Die Dosierung entscheidet über das Endergebnis, weil Kerzenwachs Farbe anders annimmt als Wasser oder Lack. Bei flüssigen Fettfarben liegt ein üblicher Richtwert bei etwa 0,5 bis 2 Gramm pro 100 Gramm Wachs für zarte Töne, für kräftige Töne bis etwa 4 Gramm. Pulverpigmente sind stärker konzentriert und werden deutlich niedriger dosiert, oft zwischen 0,1 und 1 Gramm pro 100 Gramm Wachs. Wachsfarben in Pastenform liegen meist dazwischen. Diese Werte sind Startpunkte, keine festen Grenzen, denn jedes Wachs und jedes Pigment verhält sich anders. Deshalb gilt: lieber mit einer kleinen Charge beginnen, auskühlen lassen und die Farbe erst dann beurteilen, wenn die Kerze vollständig ausgehärtet ist. Flüssige Farbe im warmen Zustand wirkt immer kräftiger als das spätere Ergebnis.

Kerzen einfärben ist kein Hexenwerk, scheitert aber regelmäßig an falschen Pigmenten oder falscher Dosierung. Wer das Ergebnis steuern will, muss zwei Dinge trennen: den Farbstoff selbst und die Menge, in der er ins Wachs kommt. Üblich sind Fettfarben in flüssiger Form, als Paste oder als Pulver. Wasserlösliche Farben scheiden aus, weil sie sich nicht mit Wachs verbinden. Für flüssige Wachse und Paraffin eignen sich öllösliche Farbpigmente, für Stearin und Bienenwachs brauchen viele Pigmente etwas höhere Temperaturen, damit sie sich sauber verteilen.
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