Wachsspuren am Rand entstehen fast nie beim Gießen selbst, sondern durch das, was vorher passiert ist. Trennmittel, das zu dick oder zu ungleichmäßig aufgetragen wurde, sammelt sich bevorzugt in Kanten und Fugen. Dort kühlt die Form zuerst ab, das Wachs haftet und hinterlässt beim Entfernen graue Schlieren. Wer den Rand sauber haben will, muss also bei der Formvorbereitung ansetzen, nicht beim Nachputzen.
Die richtige Menge Trennmittel entscheidet Trennmittel wird oft zu reichlich aufgetragen, nach dem Motto: viel hilft viel. Das Gegenteil ist der Fall. Eine dünne, gleichmäßige Schicht reicht aus. Sprühflaschen aus zu großer Entfernung oder mit zu langem Sprühstoß legen das Mittel als dicke Tropfen ab, die in den Kanten zusammenlaufen. Besser ist es, in kurzen Stößen aus etwa 20 bis 25 Zentimetern Abstand zu arbeiten und die Form danach leicht auszublasen oder mit einem fusselfreien Tuch abzuwischen. Überschüssiges Trennmittel in den Ecken lässt sich mit einem Wattestäbchen gezielt entfernen.
Der erste Schritt ist die Kontrolle der Formkanten. Kleine Grate, Riefen oder Reste alter Trennschichten wirken wie kleine Taschen, in denen sich Wachs festsetzt. Diese Stellen lassen sich mit einem weichen Schleifvlies und etwas warmem Wasser vorsichtig glätten. Danach gründlich spülen, denn Schleifstaub bindet das Trennmittel und erzeugt genau die Spuren, die vermieden werden sollen. Die Form anschließend vollständig trocknen lassen – Restfeuchte in den Kanten ist eine der häufigsten Ursachen für spätere Wachsränder.
Ruß an der Kerze entsteht fast immer durch unvollständige Verbrennung. Das Wachs wird nicht komplett in Kohlendioxid und Wasserdampf umgesetzt, stattdessen setzt sich feiner Kohlenstoff als schwarzer Belag am Glas, an der Wand oder auf der Kerzenoberfläche ab. Die drei häufigsten Auslöser sind ein zu langer Docht, Zugluft und ein falscher Wachs-Luft-Kontakt. Wer diese Punkte kontrolliert, bekommt in den meisten Fällen eine sauber brennende Flamme.
Zwischen den Rollgängen kommt die Kerze immer wieder für einige Sekunden zurück ins warme Wasser. So bleibt das Wachs geschmeidig, ohne dass es zu weich wird. Ist die Kerze gerade, wird sie sofort in kaltes Wasser gelegt. Der Temperaturschock härtet das Wachs aus und hält die neue Form. Wer die Kerze an der Luft abkühlen lässt, riskiert, dass sie sich unter ihrem eigenen Gewicht wieder verzieht.
Ein häufiger Fehler ist, zu viel Material auf einmal einzufüllen. Wer den Boden mit einer dicken Schicht Sand oder Wachs auffüllt, verliert Volumen für die eigentliche Kerze und verändert das Brennverhalten. Besser ist es, sich langsam an die optimale Höhe heranzutasten. Nach jeder dünnen Lage prüfen, ob der Boden bereits eben genug ist. Auch das Andrücken mit einem flachen Gegenstand kann helfen, aber nur mit leichtem Druck arbeiten, damit nichts verrutscht oder bricht.
Nicht jede Kerze eignet sich für diese Methode. Stark verzogene Exemplare mit Rissen oder Brüchen lassen sich nur begrenzt richten. Auch Kerzen mit eingearbeiteten Dekorationen oder mehreren Dochten reagieren empfindlich auf Wärme. Bei diesen sollte man vorsichtig testen. Grundsätzlich gilt: Je langsamer und gleichmäßiger die Behandlung abläuft, desto besser das Ergebnis. Wer sich Zeit lässt, bekommt eine Kerze, die nicht nur gerade aussieht, sondern auch sauber abbrennt.
Wer regelmäßig gießt, sollte die Form nach jeder Charge kurz prüfen. Kleine Rückstände, die heute noch harmlos wirken, summieren sich und führen nach einigen Durchgängen zu deutlichen Wachsspuren. Eine saubere, trockene Form mit dünner Trennschicht und gleichmäßiger Abkühlung ist am Ende wirksamer als jedes Nacharbeiten.
Zuerst wird ein Gefäß mit Wasser gefüllt, das sich deutlich unterhalb der Siedetemperatur befindet. Idealerweise liegt es bei etwa 40 bis 50 Grad, also handwarm bis lauwarm. Zu heißes Wasser ist der häufigste Fehler: Das Wachs wird an der Oberfläche weich, verliert Glanz und kann sogar Risse bekommen. Kaltes Wasser wiederum macht das Wachs spröde, und die Kerze bricht beim Biegen. Prüfen lässt sich die Temperatur mit dem Handgelenk: Fühlt sich das Wasser angenehm warm an, ohne zu brennen, ist es geeignet.
Der Docht ist die erste Stelle, an der man ansetzt. Ist er länger als etwa einen Zentimeter, wird die Flamme zu groß und die Verbrennung unvollständig. Kürzen Sie den Docht vor jedem Anzünden auf fünf bis acht Millimeter, am besten mit einer Dochtschere oder einer feinen Nagelschere. Entfernen Sie dabei auch die verkohlte Spitze, denn sie behindert den Wachstransport. Ein zu kurz geschnittener Docht ist allerdings ebenso problematisch: Dann wird die Flamme klein und ertrinkt im Wachs, was ebenfalls zu Ruß führen kann. Ein gleichmäßiger Schnitt ohne ausgefranste Fasern ist entscheidend.
Ein weiterer typischer Fehler ist das Rollen mit zu viel Kraft. Wachs reagiert auf Druck ähnlich wie Ton: Es verschiebt sich, statt sich gleichmäßig zu richten. Besser ist es, die Kerze mehrmals mit leichtem Druck über eine ebene Fläche zu bewegen. Auch ein zu schnelles Abkühlen unter kaltem Wasser ist nicht empfehlenswert, weil dadurch Spannungen im Wachs entstehen und die Kerze später reißen kann. Wer diese Punkte beachtet, kann viele verbogene Kerzen retten und muss sie nicht ersetzen.