So bleibt die Fuge dauerhaft funktionsfähig Die Fuge nützt nichts, wenn sie später zugeschäumt oder mit starrem Material verfüllt wird. Zuerst wird der Boden schwimmend verlegt und hält rundum den berechneten Abstand zur Wand ein. Als Abstandshalter dienen Keile oder spezielle Distanzstücke, die nach dem Verlegen wieder entfernt werden. Anschließend kommt ein elastischer Randdämmstreifen in die Fuge, der Bewegungen aufnimmt und gleichzeitig als Trittschalldämmung wirkt. Erst danach wird die Sockelleiste montiert – und zwar so, dass sie den Boden nicht klemmt.
Vor dem Spachteln muss das Loch sauber sein. Staub und lose Putzreste mit einem kleinen Pinsel oder Druckluft entfernen, sonst hält der Spachtel nicht. Bei kleinen Löchern bis etwa acht Millimeter reicht fertiger Füllspachtel aus der Tube oder Dose. Größere Öffnungen, etwa von ausgerissenen Dübeln, brauchen einen Reparaturmörtel oder ein Gemisch aus Gips und Wasser, das etwas fester aushärtet. Den Spachtel mit einem kleinen Spachtel oder einer schmalen Kelle in das Loch drücken, dabei leicht über die Wand hinausziehen. Nicht versuchen, die Fläche in einem Zug perfekt zu glätten.
Kleine Etappen sind: eine Wand streichen, eine Tür lackieren, Silikonfugen erneuern, eine Steckdose versetzen, einen Schrank ausräumen und abwischen. Für solche Aufgaben reichen 90 Minuten, wenn das Material vorher bereitliegt. Lege am Vortag alles zurecht: Farbe, Pinsel, Abdeckfolie, Kreppband, Reinigungstücher. Das spart am Abend mindestens zwanzig Minuten Suchzeit. Ziehe Arbeitskleidung an, die schmutzig werden darf, und decke den Boden großzügig ab. Ein häufiger Fehler ist zu wenig Abdeckung: Ein Tropfen Farbe auf Parkett kostet mehr Zeit als das gesamte Streichen.
Vor dem Überstreichen prüfen, ob die gespachtelte Fläche saugt wie die umgebende Wand. Stark saugende Stellen mit einer Grundierung behandeln, sonst trocknet die Farbe dort anders und der Fleck bleibt sichtbar. Dann die Farbe dünn auftragen, mit einem kleinen Roller oder Pinsel, und leicht über die Ränder hinausgehen, damit kein harter Übergang entsteht. Bei stark abweichendem Untergrund kann eine zweite Schicht nötig sein. Typische Fehler: zu dick auftragen, zu früh schleifen, Staub einschließen oder nur einmal spachteln. Wer diese Punkte beachtet, sieht nach dem Trocknen nichts mehr von den alten Dübellöchern.
Es gibt Ausnahmen, in denen direktes Streichen funktioniert. Wenn der alte Anstrich intakt, sauber, matt und nicht kreidend ist, kann eine gut deckende Farbe in derselben Farbfamilie ohne Grundierung aufgetragen werden. Auch bei manchen Fertigputzen mit bereits eingebauter Grundierung ist ein zusätzlicher Vorstrich nicht zwingend. Entscheidend ist der Zustand: Fühlt sich die Wand mehlig an, hinterlässt der Fingerabstrich Kreidespuren, oder nimmt sie Wasser auffällig schnell auf, ist Grundieren Pflicht. Ein einfacher Test: Ein paar Tropfen Wasser auf die Fläche geben. Perlt es ab, ist die Saugfähigkeit gering – zieht es sofort ein, muss grundiert werden.
Ist der Höhenunterschied größer, hilft Ausgleichsmasse allein nicht mehr. Dann wird zuerst mit einer Schüttung oder mit gebundener Ausgleichsmasse in mehreren Lagen aufgebaut, danach folgt eine dünne, glatte Deckschicht. Zwischen den Lagen die jeweilige Trockenzeit abwarten. Wer zu früh weiterarbeitet, drückt die noch weiche Schicht ein und erzeugt neue Wellen. Bei Holzuntergründen ist Feuchtigkeit kritisch: Vorher mit einem Feuchtigkeitsmessgerät prüfen, sonst quillt das Holz unter der Spachtelschicht.
Zwei typische Fehler tauchen immer wieder auf. Erstens: zu viel Grundierung auftragen und sie als deckende Schicht behandeln. Grundierung soll haften und saugen, nicht decken – dünn und gleichmäßig ist richtig. Zweitens: die Trockenzeit verkürzen. Wer zu früh überstreicht, schließt Lösemittel oder Wasser ein, was später zu Blasen und Haftungsverlust führt. Herstellerangaben zur Trockenzeit sind keine Empfehlung, sondern eine Grenze.
Typische Fehler entstehen fast immer an den Übergängen. Türen, Heizungsrohre, Türzargen und feste Einbauten unterbrechen die Fläche. Hier reicht eine Randfuge nicht aus, denn der Boden läuft durch. An solchen Stellen muss eine Trenn- oder Bewegungsfuge quer durch den Belag gesetzt werden, sonst staucht sich das Material genau dort. Ebenso problematisch: Sockelleisten, die auf dem Boden aufliegen statt an der Wand befestigt zu werden. Sie übertragen jede Bewegung direkt in die Wand und hebeln den Belag aus.
Bei Fußbodenheizung ist zusätzliche Vorsicht geboten. Der Belag erwärmt sich stärker und dehnt sich weiter aus als in unbeheizten Räumen. Die Randfuge fällt hier großzügiger aus, und die Aufheizphase nach dem Verlegen wird langsam gesteigert. Wer sofort volle Leistung fährt, riskiert Verformungen, die sich nicht mehr zurückbilden. Auch das Verlegen bei kalten Außentemperaturen rächt sich: Wird der Boden kalt eingebaut und später warm, fehlt ihm der Spielraum.