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Viele glauben, eine Randfuge sei ein optischer Makel. Tatsächlich lässt sie sich sauber kaschieren. Sockelleisten mit ausreichender Profiltiefe überdecken den Spalt vollständig, solange sie nicht auf dem Boden aufliegen. Entscheidend ist, dass die Leiste an der Wand befestigt wird, nicht am Boden. Sonst wandert die Bewegung direkt in die Leiste, und die Fuge ist wirkungslos. Alternativ lassen sich Schattenfugenprofile setzen, die den Spalt bewusst zeigen. Bei Türdurchgängen und Übergängen zu anderen Räumen braucht es zusätzlich Dehnungsprofile, weil dort zwei Flächen aufeinandertreffen, die sich unterschiedlich bewegen.

Bevor überhaupt gesaugt wird, muss der Raum vorbereitet sein. Alle Möbel, Pflanzen und Textilien verlassen den Bereich oder werden mit Folie abgedeckt. Steckdosen und Lichtschalter lassen sich mit Klebeband verschließen. Wer diesen Schritt überspringt, trägt den Staub später in die Nachbarräume oder in die eigene Wohnung. Ein weiterer typischer Fehler: das Öffnen des Fensters während des Schleifens. Zugluft wirbelt die feinen Partikel auf und verteilt sie im gesamten Raum. Erst nach dem Absaugen darf gelüftet werden.

Absaugen statt wegblasen Für die eigentliche Reinigung ist ein Sauger mit Feinstaubfilter die erste Wahl. Ein normaler Haushaltsstaubsauger verliert die feinsten Partikel oft wieder über die Abluft. Wer einen Sauger mit wassergefiltertem System oder einem Filter der Klasse M besitzt, arbeitet deutlich sauberer. Wichtig ist, langsam und in Bahnen zu saugen, nicht hektisch hin und her. Die Düse sollte direkt auf dem Untergrund aufliegen. Nach dem Saugen folgt das feuchte Nachwischen mit einem Mikrofasertuch. Das Tuch darf nur feucht, nicht nass sein, sonst entsteht Schlamm, der in die Fugen läuft und dort antrocknet.

Ausgleichsmasse richtig anmischen und verteilen Für kleinere Unebenheiten reicht eine dünne Schicht Ausgleichsmasse. Wasser in einen sauberen Eimer geben, Pulver langsam einstreuen und mit dem Rührwerk auf niedriger Drehzahl durchmischen, bis keine Klumpen mehr da sind. Die angegebene Wassermenge nicht überschreiten – zu dünn angerührte Masse verliert an Festigkeit. Die Masse zügig auf den Boden gießen und mit einer Zahnkelle oder einem Glätter verteilen. Bei größeren Flächen in Abschnitten arbeiten, damit die Übergänge nicht antrocknen und sichtbare Kanten bilden.

Ein neuer Bodenbelag liegt nur so gut, wie es der Untergrund zulässt. Unebenheiten zeichnen sich früher oder später durch: Laminat knarrt und öffnet die Fugen, Fliesen brechen an den Kanten, Vinyl wirft Blasen. Deshalb steht vor jedem Verlegen die Prüfung des Untergrunds. Zwei Meter langen Richtscheit oder eine lange Wasserwaage aufsetzen und über den Boden ziehen. Überall dort, wo ein Spalt sichtbar wird oder die Latte kippt, ist Ausgleich nötig. Als Richtwert gilt: Auf drei Metern Länge sollten nicht mehr als zwei bis drei Millimeter Höhenunterschied liegen.

Arbeiten mit erhobenen Armen sind für viele Handwerker und Maler Alltag, doch die wenigsten denken über die Rolle nach, die dabei zum Einsatz kommt. Eine falsch gewählte Walze zwingt zu mehr Kraftaufwand, verlängert die Arbeitszeit und belastet Schulter und Nacken zusätzlich. Wer regelmäßig Decken oder hohe Wände streicht, sollte deshalb nicht nur auf die eigene Haltung achten, sondern auch auf das Werkzeug, das die Bewegung überhaupt erst möglich macht.

Ist der Höhenunterschied größer, hilft Ausgleichsmasse allein nicht mehr. Dann wird zuerst mit einer Schüttung oder mit gebundener Ausgleichsmasse in mehreren Lagen aufgebaut, danach folgt eine dünne, glatte Deckschicht. Zwischen den Lagen die jeweilige Trockenzeit abwarten. Wer zu früh weiterarbeitet, drückt die noch weiche Schicht ein und erzeugt neue Wellen. Bei Holzuntergründen ist Feuchtigkeit kritisch: Vorher mit einem Feuchtigkeitsmessgerät prüfen, sonst quillt das Holz unter der Spachtelschicht.

Beim Wischen ist weniger Wasser mehr. Ein Eimer mit klarem Wasser und ein zweiter zum Ausspülen des Tuchs verhindern, dass der aufgenommene Staub wieder verteilt wird. Das Tuch nach jedem Quadratmeter ausspülen, nicht erst am Ende. Besonders hartnäckig sitzt Feinstaub in Ecken, an Fußleisten und in Bodenritzen. Dort hilft eine weiche Bürste oder ein sauberer Pinsel, mit dem die Partikel in Richtung Saugdüse gekehrt werden. Auf keinen Fall mit Druckluft arbeiten, denn diese Methode bläst den Staub nur von einer Fläche auf die nächste.

Zuerst wird gesäubert. Staub, Fettreste, alte Kleberreste und lockere Farbpartikel müssen weg, sonst hält keine Spachtelmasse. Lose Stellen abschlagen, Risse mit Reparaturmörtel schließen, saugende Untergründe mit passender Grundierung vorstreichen. Die Grundierung ist kein optionaler Schritt: Ohne sie entzieht der Untergrund der Ausgleichsmasse das Wasser, sie trocknet zu schnell und reißt.

Ein häufiger Fehler ist das Abhobeln der Unterkante, obwohl der Bodenbelag zu hoch ist. Wer nach dem Verlegen eines neuen Teppichs oder Parketts die Tür kürzt, obwohl sie nur um wenige Millimeter klemmt, entfernt zu viel Material. Besser ist es, die Tür auszuhängen und die untere Kante mit einem dünnen Streifen Schmirgelpapier oder einer Feile vorsichtig zu bearbeiten – aber nur so viel, dass sie wieder schließt. Noch eleganter: die Tür mit Unterlegscheiben an den Scharnieren anheben. Das ist reversibel und schont die Tür.
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