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Der erste Blick gilt der Saugfähigkeit. Ein Tropfen Wasser verrät mehr als jedes Datenblatt: Zieht er innerhalb von Sekunden ein und hinterlässt einen dunklen Fleck, ist der Untergrund stark saugend – typisch für Gipsputz, Kalksandstein oder ungestrichene Spanplatten. Hier ist Grundierung Pflicht, sonst zieht der erste Anstrich ins Material ein und es bleibt ein fleckiges, dünnes Ergebnis. Bleibt der Tropfen stehen oder perlt ab, ist der Untergrund gesättigt oder sogar wasserabweisend. Dann kann eine Grundierung sogar schaden, weil sie nicht haftet und später die Deckschicht mit sich reißt.

Der zweithäufigste Fehler ist Silikon in der Ecke zwischen zwei Wänden. Dort bewegt sich der Baukörper, das Silikon reißt oder löst sich ab. Acryl wäre hier die bessere Wahl, weil es Spannungen aufnimmt und überstrichen werden kann. Umgekehrt gilt: Acryl in der Wannenecke hält nicht lange, weil es Wasser aufnimmt und aufweicht. Wer die beiden Produkte tauscht, spart kurzfristig Zeit und zahlt später doppelt.

Wer Fugen falsch abdichtet, repariert sie bald wieder. Acryl und Silikon sehen in der Kartusche ähnlich aus, verhalten sich aber grundverschieden. Acryl ist ein Dispersionsdichtstoff auf Wasserbasis, der nach dem Aushärten überstreichbar bleibt. Silikon ist ein elastomerer Dichtstoff, der dauerhaft dehnbar bleibt, aber keine Farbe annimmt. Die Wahl hängt davon ab, wo die Fuge sitzt: im trockenen Innenbereich an Wänden und Decken oder im feuchten Bereich an Fliesen, Wannen und Fenstern.

Bohren, aber richtig: die sichere Methode Ein kleines Loch mit einem dünnen Bohrer liefert die zuverlässigste Antwort. Nimm einen Bohrer mit sechs Millimetern und bohre ohne Schlag, nur mit Druck. Geht der Bohrer leicht und schnell hinein, fällt weißer oder grauer Staub aus der Wand und der Bohrer verschwindet fast von selbst, ist es Gipskarton. Die Späne sind fein und mehlig. Bei verputztem Mauerwerk spürst du einen gleichmäßigen Widerstand, der Bohrer frisst sich langsam voran, und der Staub ist sandig oder krümelig. Beton dagegen lässt den Bohrer sofort heiß laufen und kaum vorankommen; ohne Schlagfunktion geht fast nichts. Achte darauf, ob hinter der ersten dünnen Schicht ein Hohlraum kommt – das ist der sicherste Hinweis auf Trockenbau.

Bevor ein Regal, ein Fernseher oder ein Schwerlastanker an die Wand kommt, muss klar sein, woraus die Wand besteht. Ein falscher Dübel in einer Trockenbauwand hält nichts, ein Bohrer im Beton ohne Schlag bringt keinen Millimeter voran. Die drei häufigsten Wandarten – Gipskarton, verputztes Mauerwerk und Beton – lassen sich mit einfachen Mitteln unterscheiden, ohne die Wand gleich aufzustemmen.

Beginnen Sie mit den Türen. Öffnungen zu anderen Räumen lassen sich mit Baufolie und Kreppband verschließen, wobei die Folie großzügig überlappen sollte. Ein häufiger Fehler ist, nur die Tür zu schließen und den Spalt darunter zu ignorieren – dort zieht der Staub zuverlässig durch. Besser ist es, den unteren Spalt mit einem zusammengerollten Handtuch oder einem Streifen Schaumstoff abzudichten. Auch Steckdosen und Lüftungsöffnungen im Arbeitsbereich sollten abgeklebt werden, sonst verteilt sich der Staub über die gesamte Wohnung.

Während der Arbeiten hilft es, Staubquellen direkt zu bekämpfen. Beim Schleifen oder Sägen sollte eine Absaugung verwendet werden, die möglichst nah am Werkzeug sitzt. Zwischendurch kurz zu lüften ist sinnvoll, aber nur mit geschlossenen Türen zu unbeteiligten Räumen. Wer nach jedem Arbeitsschritt groben Schmutz entfernt, verhindert, dass er sich in feine Partikel verteilt und überall festsetzt.

Typische Fehler bei der Rettung sind zu viel Farbe auf dem Pinsel, zu schnelles Arbeiten und das Streichen bei direkter Sonne oder Zugluft. Farbe trocknet dann ungleichmäßig und bildet Ränder. Besser ist es, in kleinen Abschnitten zu arbeiten und die Rolle oder den Pinsel vor dem Auftragen gut abzustreifen. Auch fehlende Abdeckung führt dazu, dass Rettungsversuche neue Spuren hinterlassen.

Die Frage nach dem richtigen Durchmesser stellt sich fast immer dann, wenn ein Loch in die Wand muss und der Dübel noch in der Schublade liegt. Entscheidend ist nicht der Durchmesser des Dübels allein, sondern das Verhältnis zwischen Bohrloch, Dübel und Schraube. Ein zu großes Loch führt dazu, dass der Dübel durchrutscht, ein zu kleines verhindert, dass er sich spreizt. Als Faustregel gilt: Der Bohrer entspricht dem Nenndurchmesser des Dübels, die Schraube ist etwas dünner als dieser Nenndurchmesser. Ein 8-mm-Dübel braucht also ein 8-mm-Loch und eine Schraube mit etwa 5 bis 6 mm Durchmesser.

Acryl gehört an Anschlüsse, die sich kaum bewegen und später gestrichen werden. Typisch sind Übergänge zwischen Wand und Deckenverkleidung, zwischen Tapete und Fensterbank innen oder zwischen Sockelleiste und Putz. Vor dem Einbringen die Fuge säubern, Staub absaugen und bei saugenden Untergründen grundieren. Acryl aus der Kartusche in einem Zug abziehen, dann mit dem feuchten Finger oder Fugenglätter glätten. Nach dem Trocknen kann die Fuge mit Wandfarbe überstrichen werden. Der häufigste Fehler: Acryl in Nassbereichen verwenden. Es quillt auf, wird rissig und bietet Schimmel einen Nährboden.
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