Ein häufiger Fehler ist das Verlegen auf einem noch warmen Heizestrich. Die Wärme beschleunigt das Abbinden des Klebers, bevor die Fliese richtig eingesetzt ist. Ebenso problematisch ist das Verlegen bei Zugluft oder starker Sonneneinstrahlung, weil die offene Zeit des Klebers verkürzt wird. Wer den Kleber zu früh anzieht oder Fliesen nachträglich verschiebt, zerstört die Haftung.
Der Untergrund muss vor dem Verlegen sauber, tragfähig, trocken und eben sein. Staub, lose Partikel, Gipsreste oder Trennmittel verhindern, dass der Kleber haftet. Bei Neubauten ist der Estrich oft noch zu feucht; Feuchtigkeitsmessungen mit einem geeigneten Messgerät sind Pflicht. Abdichtungen im Nassbereich müssen vollständig durchgetrocknet und geprüft sein.
Nach dem Verlegen lassen sich Hohlstellen durch Abklopfen mit einem Holz- oder Kunststoffklopfer erkennen. Klingt es hohl, fehlt Haftung. Um Hohlstellen von vornherein zu vermeiden, sollten Verarbeiter den Kleber immer frisch anrühren, die Zahnung passend wählen, Fliesen vollflächig einsetzen und den Untergrund vorab gründlich prüfen. Wer diese Punkte konsequent einhält, verlegt im Neubau dauerhaft tragfähige und hohlstellenfreie Fliesen.
Der zweithäufigste Fehler ist Silikon in der Ecke zwischen zwei Wänden. Dort bewegt sich der Baukörper, das Silikon reißt oder löst sich ab. Acryl wäre hier die bessere Wahl, weil es Spannungen aufnimmt und überstrichen werden kann. Umgekehrt gilt: Acryl in der Wannenecke hält nicht lange, weil es Wasser aufnimmt und aufweicht. Wer die beiden Produkte tauscht, spart kurzfristig Zeit und zahlt später doppelt.
Beim Verlegen ist das vollflächige Einsetzen der Fliese wichtig. Die Fliese wird mit leichtem Druck und einer leichten Drehbewegung in das Kleberbett gesetzt, nicht nur aufgelegt. Bei großen Formaten und bei Bodenfliesen empfiehlt sich das Anschlagen mit einem Gummihammer oder einem geeigneten Schlagwerkzeug, um den Kleber gleichmäßig zu verteilen. Hohlstellen entstehen besonders dann, wenn der Kleber nur punktuell oder in Rillen haftet und die Fliese nicht vollständig aufliegt.
Wer Fugen falsch abdichtet, repariert sie bald wieder. Acryl und Silikon sehen in der Kartusche ähnlich aus, verhalten sich aber grundverschieden. Acryl ist ein Dispersionsdichtstoff auf Wasserbasis, der nach dem Aushärten überstreichbar bleibt. Silikon ist ein elastomerer Dichtstoff, der dauerhaft dehnbar bleibt, aber keine Farbe annimmt. Die Wahl hängt davon ab, wo die Fuge sitzt: im trockenen Innenbereich an Wänden und Decken oder im feuchten Bereich an Fliesen, Wannen und Fenstern.
Die richtige Kleberkonsistenz und Zahnung entscheiden Fliesenkleber wird nach Herstellerangabe angerührt, nicht nach Gefühl. Zu dünn angerührter Kleber verläuft, zu dicker Kleber lässt sich nicht sauber kämmen. Entscheidend ist die Zahnung der Kelle: Sie muss zum Fliesenformat und zum Untergrund passen. Große Formate benötigen eine größere Zahnung und zusätzlich das sogenannte Buttering-Floating-Verfahren, bei dem der Kleber sowohl auf den Untergrund als auch auf die Fliesenrückseite aufgetragen wird.
Farbnasen, Läufer und Tropfspuren an der frischen Wand entstehen fast immer durch zu viel Farbe auf dem Werkzeug. Wer sofort mit dem Pinsel oder der Rolle nachbessert, verteilt die Nase nur weiter und drückt sie flach in den Untergrund. Besser ist es, die betroffene Stelle vollständig trocknen zu lassen. Erst dann lässt sich beurteilen, ob ein Nachstreichen genügt oder ob geschliffen und neu aufgebaut werden muss. Feuchte Farbe wirkt immer dunkler, sodass die Nase im nassen Zustand kaum auffällt – nach dem Trocknen ist sie dafür umso sichtbarer.
Hohlstellen unter Fliesen entstehen fast immer durch dieselben Ursachen: unzureichende Haftung zwischen Fliese, Kleber und Untergrund, falsche Verarbeitung des Klebers oder Bewegungen im Untergrund. Im Neubau kommen zusätzlich Spannungen durch Schwinden des Estrichs, durch Heizestriche und durch noch nicht ausreichend trockene Bauteile hinzu. Wer diese Faktoren kontrolliert, reduziert das Risiko erheblich.
Bei Läufern an der Wand – also senkrechten Tropfspuren – liegt die Ursache meist in zu dünnflüssiger Farbe oder in einer überladenen Rolle. Läufer lassen sich nicht einfach überstreichen. Sie werden ebenfalls getrocknet, dann abgeschliffen und anschließend mit einer etwas dickeren Farbe neu aufgebaut. Wer Läufer ignoriert und direkt überstreicht, sieht sie nach dem Trocknen erneut, weil die Erhebung unter der neuen Schicht erhalten bleibt. Ein häufiger Fehler ist außerdem, zu früh zu prüfen: Viele Farben brauchen länger zum Durchtrocknen, als auf dem Gebinde angegeben ist, besonders bei hoher Luftfeuchtigkeit.
Zuerst wird geprüft, wie tief die Schwäche reicht. Ein Tropfen Wasser auf sandendem Putz zeigt, ob der Untergrund saugt oder abperlt. Kreidende Farbe lässt sich mit einem feuchten Tuch und leichtem Druck abwischen. Bleibt das Tuch weiß, ist die Farbe nicht mehr tragfähig. Kratzt ein Fingernagel Rillen in den Putz, ist die oberste Schicht verloren. In allen Fällen hilft kein Haftgrund allein – die lose Substanz muss weg.