Auch das Verhalten kann helfen, ersetzt aber keine körperliche Prüfung. Männchen schwimmen in der Paarungszeit häufiger umher, setzen Spermatophoren ab, also kleine gallertartige Pakete auf dem Boden, und drängen sich anderen Tieren auf. Weibchen wirken ruhiger und ziehen sich eher zurück. Solche Muster zeigen sich jedoch nur bei adulten Tieren und können durch Stress, Beckengröße oder Vergesellschaftung verändert werden.
Welche Filtertechnik passt zu einem Axolotl und welche zerstört ihn? Entscheidend ist nicht die bloße Anwesenheit eines Filters, sondern dessen Bauart und Leistung. Axolotl reagieren empfindlich auf starke Strömung. Ein klassischer Innenfilter mit hoher Umwälzrate drückt das Tier gegen die Scheibe, verhindert die Häutung und führt zu Stress. Geeignet sind Außenfilter mit einstellbarer Leistung, Hamburger Mattenfilter oder luftbetriebene Schwammfilter. Diese Systeme arbeiten mit geringer Strömung und bieten gleichzeitig eine große Siedlungsfläche für nitrifizierende Bakterien. Die Umwälzrate sollte das Beckenvolumen ein- bis zweimal pro Stunde nicht überschreiten.
Die Einrichtung eines solchen Filters folgt festen Regeln. Der Filter wird mit Aquarienwasser befüllt, nicht mit Leitungswasser. Die Filtermedien bestehen aus grobem Schaumstoff, feinem Schaumstoff und Keramikringen. Man spült sie niemals gleichzeitig unter dem Hahn aus, sonst gehen die Bakterienkulturen verloren. Stattdessen reinigt man alle zwei bis vier Wochen jeweils nur ein Medium in einem Eimer mit Beckenwasser. Die Matten oder Schwämme werden nicht gekocht, nicht mit Seife behandelt und nicht vollständig ersetzt.
So läuft der Wechsel richtig ab Zuerst wird das neue Wasser vorbereitet. Es muss dieselbe Temperatur haben wie das Beckenwasser, also etwa 16 bis 20 Grad Celsius, und frei von Chlor und Chloramin sein. Leitungswasser vorher abstehen zu lassen entfernt Chlor, aber nicht immer Chloramin; dafür gibt es Wasseraufbereiter, die gezielt gebunden werden. Das frische Wasser wird mit einem Eimer oder Schlauch langsam eingefüllt, nicht mit vollem Strahl auf die Tiere. Den Bodengrund saugt man vorsichtig mit einem Schlauch ab, ohne ihn komplett aufzuwühlen, und entfernt Futterreste und Kot sofort.
Zu flaches Wasser führt zu mehreren konkreten Problemen. Erstens stoßen die Kiemenästchen schneller an den Boden oder an Dekoration, was zu Abschürfungen und bakteriellen Infektionen führt. Zweitens erwärmt sich flaches Wasser schneller. Axolotl vertragen dauerhaft über 20 Grad Celsius nicht gut; bei 23 Grad werden sie anfällig für Pilze und Stress. Drittens fehlt die vertikale Distanz, die das Tier zum Ablaichen und für normales Schwimmverhalten braucht. Ein Aquarium mit nur 30 Zentimetern Wasserstand ist für adulte Axolotl ungeeignet, auch wenn die Grundfläche groß ist.
Bleibt nach mehreren Monaten Unsicherheit, hilft nur Geduld. Fotografiere die Kloakenregion alle vier Wochen aus derselben Perspektive und vergleiche die Aufnahmen. Ändert sich die Wölbung deutlich, ist es ein Männchen. Bleibt sie flach und wird der Körper runder, handelt es sich um ein Weibchen. Diese Methode ist zuverlässiger als jeder einzelne Blick und verhindert, dass Tiere falsch vergesellschaftet werden. Denn zwei Männchen in einem kleinen Becken stressen sich gegenseitig, und ein früher Nachwuchs belastet das Weibchen stark.
Ein häufiger Fehler ist die Annahme, ein Axolotl brauche wegen seiner Kiemen keinen Filter. Die Kiemen dienen der Atmung, nicht der Wasserreinigung. Ein weiterer Fehler ist der Einbau eines zu starken Filters mit anschließender Strömungsberuhigung durch Düsen. Das senkt zwar die Strömung, lässt aber die Bakterienkulturen im Filter verhungern, weil zu wenig Wasser durchläuft. Ebenfalls problematisch: der Betrieb eines Filters ohne vorherige Einlaufphase. Ein neuer Filter braucht vier bis sechs Wochen, bis er Stickstoffverbindungen zuverlässig abbaut.
Das zuverlässigste Merkmal ist die Kloake, die Körperöffnung am Übergang vom Rumpf zum Schwanz. Beim Männchen wölbt sie sich deutlich nach außen und wirkt wie eine kleine Kuppel oder ein länglicher Höcker. Beim Weibchen bleibt diese Region flach und geht fast übergangslos in den Schwanzansatz über. Diese Wölbung ist kein Zufall: Sie entsteht durch die Paarungsdrüsen, die das Männchen zur Fortpflanzung benötigt. Ein Blick von der Seite und von schräg unten zeigt den Unterschied am klarsten. Wer nur von oben schaut, übersieht ihn leicht.
Die richtige Tiefe praktisch einstellen Ein Standardbecken mit 60 Zentimetern Höhe reicht für die meisten adulten Axolotl aus, wenn der Wasserstand bis auf wenige Zentimeter unter den Rand aufgefüllt wird. Bei Jungtieren bis zu zehn Zentimetern Länge genügen zunächst 15 bis 20 Zentimeter, doch mit jedem Wachstumsschub muss der Pegel steigen. Ein häufiger Fehler ist das schrittweise Auffüllen über Monate hinweg: Der Filter läuft dann lange in einem Bereich, für den er nicht ausgelegt ist, und die Wasserwerte schwanken. Besser ist es, von Anfang an ein Becken zu wählen, das die Endgröße der Tiere berücksichtigt. Wer ein Aquarium mit 80 Zentimetern Höhe besitzt, kann den Wasserstand auf 60 bis 70 Zentimeter setzen und oben Luft für den Sprungschutz lassen.