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Nach dem Abbürsten bleiben oft feine Wachsreste und Häutungsreste zurück. Diese lassen sich mit einem feuchten Tuch abwischen. Wer zusätzlich Milben oder versteckte Larven entfernen will, kann den Stamm mit einem Wasserstrahl aus einer Sprühflasche abspritzen. Der Druck sollte aber nicht so hoch sein, dass die Rinde aufplatzt. Bei starkem Befall ist es sinnvoll, die Prozedur nach zwei Wochen zu wiederholen, weil dann die nächste Generation geschlüpft ist.

Was sofort zu tun ist, wenn der Topf zu nass steht Zuerst die Pflanze aus dem Übertopf nehmen und den Untersetzer leeren. Danach den Wurzelballen vorsichtig aus dem Topf hebeln, ohne die Wurzeln zu zerren. Erde abschütteln, faulige, braune oder übelriechende Wurzeln mit einer sauberen Schere entfernen. Nur gesunde, helle Wurzeln bleiben. Anschließend den Ballen auf Zeitungspapier oder ein saugfähiges Tuch legen und an einem schattigen, luftigen Platz mehrere Stunden trocknen lassen. Keinesfalls in die pralle Sonne stellen, das verbrennt die geschwächten Wurzeln.

Welke Blätter an Zimmerpflanzen, Stauden oder Sträuchern lösen bei vielen sofort den Impuls aus, zur Schere zu greifen. Das ist verständlich, denn vergilbte oder trockene Blätter wirken unordentlich. Doch dieser Reflex ist oft ein Fehler. Ein welkes Blatt ist kein Müll, sondern ein Signal. Es zeigt, dass die Pflanze gerade Nährstoffe und Wasser aus älteren Blättern zurückzieht, um sie in junge Triebe, Blüten oder Wurzeln zu verlagern. Wer das Blatt zu früh entfernt, unterbricht diesen Prozess und zwingt die Pflanze, auf andere Reserven zurückzugreifen.

Schädlinge sitzen selten frei auf dem Blatt. Blattläuse, Spinnmilben, Schildläuse und Wollläuse halten sich bevorzugt an Blattunterseiten, in Blattachseln, an Triebspitzen und in Ritzen der Stängel auf. Genau dort sammelt sich auch der meiste Schmutz. Ein Kontaktmittel, das auf eine staubige oder klebrige Oberfläche trifft, verdunstet, verläuft oder perlt ab, bevor es die Tiere erreicht. Die Behandlung wirkt dann nur teilweise, und der Befall kehrt nach wenigen Tagen zurück.

Erste Anzeichen sind ein feuchter, schwerer Topf, ein modriger Geruch an der Erdoberfläche und Blätter, die gelb werden, obwohl genug Licht vorhanden ist. Steht der Topf in einem dekorativen Übertopf ohne Abfluss, sammelt sich das Wasser unsichtbar am Boden. Prüfen lässt sich das mit einem einfachen Trick: Den Finger zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde drücken. Fühlt sich das Substrat dort nass und matschig an, ist Handeln angesagt. Ein Holzstab hilft ebenfalls – bleibt er nach dem Herausziehen dunkel und feucht, ist der Boden zu nass.

Mit welchen Werkzeugen geht die mechanische Entfernung am schonendsten? Für festsitzende Schildläuse eignet sich ein stumpfes Messer oder ein Holzspatel. Man setzt das Werkzeug flach am Rand des Schildes an und hebt es vorsichtig ab. Wichtig ist, nicht in die Rinde zu schneiden. Bei jungen Trieben ist ein weicher Zahnbürstenkopf oft die bessere Wahl. Wer viele Pflanzen hat, kann eine Bürste mit kurzen, harten Borsten verwenden und den Stamm in kreisenden Bewegungen bearbeiten. Zwischen den Arbeitsgängen sollte man das Werkzeug regelmäßig in Seifenwasser reinigen, damit keine Eier oder Larven weitergetragen werden.

Der Bogenhanf, botanisch Sansevieria, ist eine der wenigen Zimmerpflanzen, die wochenlange Vernachlässigung verzeiht. Seine Blätter sind dick und ledrig, oft mit graugrünen Querbändern oder gelben Rändern. Diese Blätter speichern Wasser, weshalb die Pflanze Trockenheit besser verträgt als Staunässe. Wer regelmäßig gießt, weil es sich „richtig anfühlt", tötet sie meist schneller als jemand, der sie schlicht vergisst.

Nach vier bis sechs Wochen zeigt sich, ob die Rettung geglückt ist. Neue Blätter an den Triebspitzen sind ein gutes Zeichen. Bleiben die alten Blätter weiter gelb, war der Temperaturwechsel zu schnell oder der Standort dauerhaft zu kalt. Dann hilft nur ein erneuter, noch langsamerer Umzug. Wer diese Schritte einhält, verliert deutlich weniger Blätter und der Ficus erholt sich ohne radikalen Rückschnitt.

Muscheln und Schildläuse an Stämmen lassen sich mit Geduld und mechanischer Arbeit entfernen, ohne dass chemische Mittel zum Einsatz kommen. Der wichtigste Schritt ist die Vorbereitung: Der Stamm sollte trocken sein, damit die Tiere nicht abrutschen. Bei starkem Befall lohnt es sich, zuerst mit einem groben Wasserstrahl den losen Schmutz abzuspülen. Danach arbeitet man mit einer harten Bürste aus Kunststoff oder Naturborsten. Metallbürsten sind nur bei sehr alten, verholzten Rinden sinnvoll, weil sie junge Rinde verletzen können. Ein Eimer mit lauwarmem Wasser und etwas Schmierseife erleichtert das Lösen der Schilde, ist aber kein chemisches Pflanzenschutzmittel.

Typische Fehler passieren beim Gießen selbst. Viele gießen nach festem Kalender statt nach Bedarf. Im Winter brauchen die meisten Zimmerpflanzen deutlich weniger Wasser als im Sommer. Ein weiterer Fehler: kleine Wassermengen täglich. Das führt dazu, dass nur die oberste Schicht feucht wird, während sich unten Staunässe bildet. Besser ist es, seltener, aber durchdringend zu gießen, bis das Wasser unten austritt, und den Rest nach zehn Minuten wegzuschütten.So wirkt dein kleiner Flur doppelt so groß ‍ | INTERIYEAH! Einrichten mit SEGMÜLLER
ago by (120 points)

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