Ein Kräuselband verwandelt jeden geraden Stoffstreifen in einen gleichmäßig gerafften Vorhang. Der entscheidende Teil der Arbeit findet jedoch nicht am Fenster statt, sondern am Bügeltisch und an der Nähmaschine. Wer dort schludert, zieht später Falten, die links enger sitzen als rechts, und kann den Vorhang nicht mehr korrigieren. Die folgenden Schritte zeigen, worauf es wirklich ankommt.
Ein häufiger Fehler ist ein zu breiter erster Umschlag. Dann wird der fertige Saum klobig und die Naht liegt nicht sauber an. Ein anderer Fehler: Du bügelst nur die erste Falte und nähst dann, ohne die zweite Falte zu fixieren. Dadurch kann sich der Stoff verschieben und die Kante wird unsauber. Auch zu festes Ziehen am Stoff führt zu welligen Nähten. Kontrolliere den Saum nach dem Nähen, indem du ihn flach auf den Tisch legst. Wenn er sich wellt, war die Naht zu stramm oder der Umschlag zu breit.
Zuerst wird die Kordelöffnung geplant. Der Tunnel entsteht, indem der obere Stoffrand um die doppelte Kanalbreite plus Nahtzugabe nach innen umgebügelt und festgenäht wird. Als Faustregel gilt: Die Kanalbreite muss mindestens das Doppelte des Kordeldurchmessers betragen, damit die Kordel nicht schleift. Zwei kleine Öffnungen werden vor dem Zusammennähen der Seitennähte in die Kanalnaht eingearbeitet — je eine links und rechts der späteren Seitennaht. Wer diese Lücke vergisst, muss die Kordel später mit einer Sicherheitsnadel durch den ganzen Kanal schieben, was bei fester Webkante zur Geduldsprobe wird.
Bevor du nähst, bügelst du den Saum sorgfältig vor. Zuerst schlägst du die Stoffkante um etwa einen Zentimeter nach links um und bügelst sie fest. Dann schlägst du dieselbe Kante noch einmal um dieselbe Breite um und bügelst erneut. Achte darauf, dass die zweite Falte genau auf der ersten liegt. Ein gut gebügelter Saum lässt sich später viel leichter nähen und verrutscht nicht. Bei rutschigen Stoffen kannst du die Falten mit Stecknadeln oder Clips fixieren.
Die Fadenspannung wird über die Spannungsregler an der Vorderseite der Maschine eingestellt. Bei den meisten Modellen gibt es eine Skala von 0 bis 9, wobei 4 bis 5 die Grundeinstellung ist. Dreht man im Uhrzeigersinn, wird die Spannung fester, gegen den Uhrzeigersinn lockerer. Wichtig: Immer in kleinen Schritten von einer halben Stufe drehen und nach jeder Änderung eine Probenaht auf einem Stoffrest nähen. So sieht man sofort, ob der Faden noch reißt oder schon Schlingen wirft.
Zum Schluss den Vorhang aufhängen und die Falten mit der Hand nachjustieren. Läuft das Band an einer Stelle enger, liegt es meist an einer verrutschten Naht oder einem eingeklemmten Zugfaden. In diesem Fall die Naht an der betroffenen Stelle auftrennen, den Faden neu führen und erneut nähen. Ein gleichmäßiger Faltenwurf entsteht nicht durch starkes Ziehen, sondern durch saubere Vorarbeit am Band.
Besondere Vorsicht gilt bei Stoffen mit sichtbarem Muster, Streifen oder Karos. Hier muss der Fadenlauf nicht nur parallel zur Webkante liegen, sondern auch das Muster an den Nahtstellen übereinstimmen. Ein weiterer typischer Fehler ist, den Stoff vor dem Zuschnitt nicht zu bügeln. Knicke und Falten verfälschen die Ausrichtung. Also erst glatt bügeln, dann ausrichten. Auch das Zuschneiden auf einer rutschigen Unterlage führt dazu, dass der Stoff verrutscht und der Fadenlauf nicht mehr stimmt.
Wenn der Faden trotz korrekter Spannung reißt, liegt es oft an billigem Garn mit Knoten oder an einer rauen Fadenöse. Fahre mit dem Fingernagel über die Fadenführungen – kleine Kerben spürst du sofort. Tausche beschädigte Teile aus oder glätte sie vorsichtig mit feinem Schleifpapier. Nach jeder Wartung oder nach einem Nadelwechsel stelle die Spannung neu ein. So bleibt die Naht sauber und der Faden hält, was er verspricht.
Annähen ohne Wellen und Verziehen Das Band wird mit einem Geradstich aufgenäht, und zwar entlang beider Längskanten. Die Naht verläuft knapp innerhalb der Webkante, damit die Zugfäden nicht mitgefasst werden. Beim Nähen den Stoff nicht ziehen, sondern nur führen. Ein häufiger Fehler ist ein zu fester Fadenzug an der Oberfadenspannung: Dann kräuselt sich der Stoff bereits unter der Nadel, und die spätere Raffung wird unregelmäßig. Nach dem Nähen beide Enden des Bandes sauber einschlagen und mit einigen Stichen sichern, sonst rutschen die Zugfäden heraus.
Zunächst wird die obere Stoffkante vorbereitet. Bei den meisten Bändern liegt die spätere Faltenkante etwa zwei bis drei Zentimeter unter der Oberkante. Diese Kante zuerst mit einem Heftstich oder einem leichten Bügelfalz fixieren, damit der Stoff beim Annähen nicht wandert. Das Band selbst wird auf die linke Stoffseite gelegt, die Zugfäden zeigen nach oben, die geschlossene Webkante nach unten. Wichtig: Das Band vor dem Aufstecken auf die richtige Länge kürzen, aber an beiden Enden je eine Handbreit Zugfaden überstehen lassen.
Vor dem ersten Schnitt wird der Schnittmusterbogen auf den Stoff gelegt. Die Fadenlaufmarkierung auf dem Papier – meist ein Pfeil – muss parallel zur Webkante oder zur Maschenspalte ausgerichtet sein. Dafür fixiert man das Muster mit Stecknadeln oder Gewichten und kontrolliert den Abstand zur Webkante an mehreren Stellen. Ein häufig gemachter Fehler: Das Muster wird nur an einer Stelle ausgerichtet, an der anderen Seite läuft es schräg. Das führt später zu verdrehten Nähten. Wer auf Nummer sicher gehen will, misst den Abstand von der Webkante zum Pfeil an beiden Enden und vergleicht.
