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Nach dem Dekatieren den Stoff vollständig auskühlen und trocknen lassen, dann erst zuschneiden. Ein noch warmer oder leicht feuchter Stoff kann sich beim Schneiden verziehen und verschiebt das ganze Schnittmuster. Kontrollieren, ob die Webkante noch gerade verläuft, und den Stoff gegebenenfalls neu ausrichten. Wer diese Reihenfolge einhält, hat nach dem ersten Waschgang des fertigen Stücks keine Überraschung – die Passform bleibt, die Länge stimmt und die Nähte sitzen dort, wo sie geplant waren.

Ein Loch in einem Lieblingsstück muss nicht das Ende sein. Entscheidend ist, dass die Reparatur weder als Naht noch als Schatten sichtbar wird. Das gelingt nur, wenn Faden, Nadel und Stoff zusammenpassen und die Technik zum Gewebe passt. Bei glattem, fein gewebtem Stoff wie Popeline, Seide oder feinem Wollstoff ist Aufsetzen die sauberste Methode. Bei elastischen oder grob strukturierten Stoffen funktioniert Unterlegen besser. Wer beides mischt, riskiert Wellen oder harte Kanten.

Häufige Fehler tauchen immer wieder auf. Der erste: Die Gegennaht wird mit demselben Faden wie die Hauptnaht genäht, obwohl ein etwas stärkerer Faden an der Belastungsspitze mehr Zug aufnimmt, ohne zu reißen. Der zweite: Man vernäht die Gegennaht ohne Verriegelung, sodass sich der Faden an der Nahtkante aufzieht. Der dritte und teuerste: Die Gegennaht kreuzt eine Quernaht im 90-Grad-Winkel und durchtrennt dabei bereits gesetzte Fäden. Wer das übersieht, schwächt die Tasche statt sie zu verstärken.

Einlaufwerte sind nicht bei jedem Stoff gleich. Grobe Baumwollstoffe können mehrere Prozent verlieren, feine Baumwollpopeline deutlich weniger. Leinen läuft oft stark ein und wird erst nach mehreren Wäschen stabil. Wolle kann verfilzen, wenn sie zu heiß gewaschen wird – hier ist lauwarmes Wasser mit einem Wollwaschmittel Pflicht. Viskose verliert beim Waschen an Festigkeit und darf nicht gerieben oder ausgewrungen werden. Wer diese Eigenheiten kennt, plant vor dem Zuschnitt großzügiger und kauft lieber etwas mehr Stoff ein, als am Ende zu wenig zu haben.

Beim Waschen ist Vorsicht geboten. Hohlsaum und Muschelkante halten nur, wenn der Stickfaden an beiden Enden sicher vernäht ist. Ein einfacher Knoten reicht nicht, weil er sich bei der ersten Wäsche löst. Stattdessen den Faden auf der Rückseite durch mehrere Gewebefäden führen und dort verankern. Nach dem Waschen die Kante in Form ziehen und liegend trocknen. Wer den Stoff in der Maschine schleudert, riskiert, dass die Muschelschlingen aufplatzen. Handwäsche mit lauwarmem Wasser und ohne starkes Rubbeln ist die sicherste Methode.

Der Nähfußdruck entscheidet mit Ein zweiter Hebel ist der Anpressdruck des Nähfußes. Ist er zu gering, wird der Stoff nicht auf dem Transporteur gehalten und rutscht nach oben weg. Ist er zu hoch, bremst der Fuß den Stoff, während der Transporteur weiterdrückt, und der Stoff wird zusammengeschoben. Der richtige Druck liegt dort, wo der Stoff gleichmäßig vorgeschoben wird, ohne dass der Fuß tiefe Abdrücke hinterlässt. Bei sehr glattem oder sehr dünnem Material hilft es, mit einer feinen Nadel, einer passenden Stichlänge und gegebenenfalls einem leichten Zug von vorn und hinten zu arbeiten. Ziehen oder schieben von Hand ersetzt aber keine korrekte Einstellung.

Beim Nähen wird der Stoff nicht gespannt. Die Stiche werden locker gesetzt, ohne den Faden festzuziehen. Nach einigen Stichen den Faden leicht anziehen, aber nicht stramm. Wer zu fest zieht, bekommt eine Delle, die auch nach dem Bügeln bleibt. Am Ende den Faden auf der linken Seite vernähen, nicht verknoten. Ein Knoten drückt sich durch und ist als Hubbel sichtbar. Stattdessen den Faden durch einige Gewebefäden führen und kurz abschneiden.

Aufsetzen oder Unterlegen – je nach Gewebe Beim Aufsetzen wird der Flicken von rechts auf die Stelle gelegt. Der Flicken muss größer sein als das Loch, mindestens einen Zentimeter über den Rand hinaus. Er wird mit feinen Stichen angenäht, die genau dem Fadenlauf des Stoffes folgen. Die Stiche dürfen nicht quer zum Gewebe verlaufen, sonst entsteht eine sichtbare Linie. Beim Unterlegen kommt der Flicken von links, und die Ränder des Lochs werden mit unsichtbaren Stichen zusammengezogen. Das eignet sich für Stellen, die nicht stark beansprucht werden, etwa an Ärmeln oder Blusen.

Die Nadel ist entscheidend. Für feine Stoffe eine Nähnadel der Stärke 60 bis 70 verwenden, für mittlere Stoffe 80. Der Faden soll dünn sein, am besten ein Nähfaden, der eine Nuance dunkler ist als der Stoff. Zu heller Faden leuchtet nach dem Nähen hervor, zu dunkler Faden bildet Schatten. Ein typischer Fehler ist ein zu langer Faden: Er verheddert sich und zieht das Gewebe zusammen. Höchstens 40 Zentimeter Faden abschneiden.

Nach dem Flicken wird die Stelle von links gedämpft, nicht gebügelt. Ein feuchtes Tuch auflegen und das Bügeleisen kurz aufsetzen, ohne zu drücken. So legt sich der Stoff glatt, ohne dass der Flicken verhärtet. Bei Seide oder empfindlichen Stoffen vorher an einer verdeckten Stelle testen. Ein häufiger Fehler ist das Bügeln von rechts: Der Flicken wird plattgedrückt und zeichnet sich als Rechteck ab. Wer diese vier Schritte einhält, sieht das Loch später nur noch, wenn er danach sucht.image
ago by (120 points)

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