Wer diese Grundlage beherrscht, kann unsichtbare Nahtreparaturen an Säumen, Ärmeln, Taschen und Futter nähen, ohne dass die Stelle auffällt. Der Steppstich ist langsam, aber er ist die zuverlässigste Handnaht für Reparaturen, bei denen die Naht optisch verschwinden soll. Regelmäßiges Üben mit unterschiedlichen Stoffen und Fäden macht den Unterschied zwischen einer sichtbaren Flickstelle und einer Reparatur, die nur der Kenner findet.
Nun wird rundherum mit einer Nahtzugabe von einem Zentimeter genäht. An den Ecken die Nadel im Stoff lassen, Fuß heben und den Stoff drehen, damit die Ecken spitz werden. Nach dem Nähen die Nahtzugabe an den vier Ecken schräg abschneiden, ohne die Naht zu verletzen. Dieser Schritt verhindert dicke Beulen, die sich durch den Bezug drücken. Wer die Ecken nicht zurückschneidet, ärgert sich beim Wenden über klobige Spitzen. Anschließend den Bezug wenden und die Kanten mit einem stumpfen Gegenstand ausdrücken, nicht mit einer Schere.
Die richtige Technik für den ersten Sti
Ein Hotelverschluss ist die einfachste Art, einen Kissenbezug zu schließen: Zwei Stoffbahnen werden an der Rückseite so überlappt, dass der Einschub von selbst zubleibt. Kein Reißverschluss, keine Knöpfe, kein Klett. Beim Nähen kommt es auf drei Dinge an: die richtige Überlappung, saubere Kanten und genügend Stoff in der Breite. Wer diese Punkte beachtet, hat in etwa einer Stunde einen Bezug, der sich beim Waschen nicht verzieht und auch nach vielen Wäschen noch sitzt.
Woran Sie erkennen, welche Seite falsch eingestellt ist Wenn auf der Unterseite kleine Schlingen der oberen Fadenfarbe auftauchen, ist der Oberfaden zu locker oder der Unterfaden zu straff. Umgekehrt: Erscheinen auf der Oberseite Schlingen der unteren Fadenfarbe, ist der Oberfaden zu straff oder der Unterfaden zu locker. Verstellen Sie immer nur eine Seite, nähen Sie erneut eine Testnaht und prüfen Sie wieder. Wer beide Seiten gleichzeitig dreht, verliert die Kontrolle.
3. Setzen Sie einen Kantenfräser oder eine Fase ein. Für eine dauerhaft saubere Kante kann eine leichte Fase von 0,5 bis 1 mm angeschliffen werden. Das reduziert die Gefahr von Ausbrüchen und erleichtert das spätere Lackieren oder Kleben. Verwenden Sie einen Kantenfräser mit Anlaufring oder eine Schablone, um gleichmäßige Ergebnisse zu erzielen. Ohne Führung wird die Fase schnell ungleichmäßig.
Zum Schluss bleibt die Kontrolle der Nahtzugabe. Viele Bögen enthalten sie bereits, andere nicht. Steht nichts dabei, muss sie separat zugegeben werden, üblicherweise an allen Nähten, aber nicht am Stoffbruch. Wer die Zugabe an der Bruchkante ergänzt, bekommt ein Teil, das zu weit wird. Ebenso wichtig: die Teilezahl auf dem Bogen mit der eigenen Zuschnittliste abgleichen. Fehlt ein Beleg oder ein Taschenfutter, wird das erst beim Zusammennähen sichtbar — dann ist der Stoff bereits zugeschnitten.
Der einfachste Test: ein Stück Stoff in einer auffälligen Farbe oben und einer kontrastierenden Farbe in der Spule unten. Nähen Sie eine gerade Naht, etwa zehn Zentimeter, am besten über zwei Stofflagen. Anschließend die Naht auseinanderziehen. Zeigt sich auf der Oberseite nur die obere Fadenfarbe und auf der Unterseite die untere, sitzt die Spannung. Schauen Sie aber genau hin: Der Knotenpunkt darf nicht sichtbar durch den Stoff blitzen.
Die Fadenspannung ist kein abstrakter Wert, sondern das Verhältnis zwischen Ober- und Unterfaden. Beide Fäden treffen sich in der Mitte des Stoffes und verschlingen sich dort. Ist dieses Verhältnis gestört, wandert der Knotenpunkt nach oben oder unten. Genau daran lässt sich ablesen, welche Seite zu straff oder zu locker arbeitet.
Die Nahtzugaben richtig versäubern Bevor die Teile zusammengenäht werden, versäubert man die Innenkanten der Rückenteile. Wer das vergisst, hat nach der ersten Wäsche ausgefranste Fäden im Kissen. Am besten einen Zickzack-Stich verwenden oder die Kante zweimal umschlagen und knapp absteppen. Eine schmale Doppelkante von etwa einem Zentimeter hält auch ohne Overlock. Danach werden die beiden Rückenteile rechts auf rechts auf das Vorderteil gelegt. Die versäuberten Kanten zeigen nach innen zur Kissemitte, nicht nach außen. Wer sie verwechselt, sieht später die Naht auf der Sichtseite.
Der Steppstich wird von rechts nach links gearbeitet, wenn Rechtshänder nähen. Die Nadel sticht an der Nahtlinie ein, wird auf der Rückseite etwa zwei bis drei Millimeter weitergeführt und wieder nach vorn gebracht. Der Abstand muss konstant bleiben. Ein häufiger Fehler ist das Ziehen des Fadens über das Maß hinaus: Dadurch kräuselt sich der Stoff, und die Naht wellt sich. Der Faden wird nur so fest angezogen, dass die Stoffkanten sauber aneinanderliegen, ohne sich zusammenzuziehen. Wer zu locker näht, erzeugt sichtbare Schlaufen; wer zu fest zieht, hinterlässt Dellen im Gewebe.
Zuerst wird gemessen. Für ein Kissen von 40 mal 40 Zentimetern schneidet man ein Vorderteil in 42 mal 42 Zentimetern zu, damit die Nahtzugaben später nicht sichtbar sind. Dazu kommen zwei Rückenteile. Das erste ist 42 Zentimeter breit und 30 Zentimeter hoch, das zweite 42 Zentimeter breit und 34 Zentimeter hoch. Die Überlappung entsteht durch die Höhe: Beide Rückenteile zusammen sind 64 Zentimeter hoch, das Vorderteil 42. So liegen sie um 22 Zentimeter übereinander. Diese Zahl ist kein Zufall: Zu wenig Überlappung öffnet sich beim Stopfen, zu viel macht den Bezug sperrig.